Wir sind in Nordschweden angekommen. Dazu fuhren wir einfach die E10 in Richtung Narvik und kurz davor passierten wir die Grenze zu Schweden. Keine Kontrollen! Wir konnten einfach nach Schweden einreisen, ohne dass ein Alkoholtest durchgeführt wurde. Vielleicht war der Alkoholtest von Dänemark nach Schweden nur eine kleine Ablenkung, um ins Gespräch zu kommen.
Nach einer Weile werden die Straßen immer ebener und gerader. Sie führen immer gerade aus und unser Automobil wird in regelmäßigen Abständen von den örtlichen Einwohnern, die hier ungeachtet der vielen Rentiere am Straßenrand, mit doppelter Geschwindigkeit davon brausen.
Rentiere gibt es hier viele und man muss nicht in den Abendstunden nach ihnen Ausschauhalten, nein, sie grasen am Straßenrand über den Tag verteilt. Und aus irgendeinem Grund bleiben sie dort auch. Scheinbar gibt ein gewisses Agreement zwischen Autofahrern und Rentieren. Jeder bleibt auf seiner Seite und die Autofahrer halten auf keinen Fall an, denn das wäre gegen die Regel und macht die Rentiere wiederum nervös.
Das hatten wir nicht auf dem Schirm. Es gibt in Schweden zwar Bier zu jeder Uhrzeit zu kaufen - anders als in Norwegen, wo man z.B. am Samstag und Sonntag KEIN Bier kaufen darf - dafür gibt es aber nur ein Light-Bier mit 3,5% Vol. Für richtiges Bier muss man in besondere Läden und davon gibt es nicht viele und die haben auch nicht immer offnen. Dafür haben wir gesalzene Butter, Brot und frische Bio-Eier bekommen! Es gibt zu dem auch jede Menge an Rentieren in Form von Hackfleisch, Schnitzel, Steak und Wurst zu kaufen.
Gegen 20.00 Uhr sind wir am Arctic Camping Platz von Jokkmokk angekommen. Viel zu warm für den Begriff Arctic, dafür einer der besten Plätze, die wir bisher besucht haben.
Da die meisten Besucher mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind oder eine Stuga (Hütte) mieten, bleibt der kleine Platz für Zelte praktisch in unserer Hand. Wir können sogar ein Lagerfeuer machen, um die viele Mücken und Midges zu vertreiben. Da wir uns immernoch oberhalb des nördlichen Polarkreises befinden, scheint die Sonne durchgehend und es wird einfach nicht dunkel.
Unmittelnah am Zeltplatz gibt es ein Service-Haus mit Küche, WC und Dusche und das haben wir auch für uns. Duschen und Angeln im See ist umsonst. Es gibt auch eine Sauna und einige andere Dinge, aber das Lagerfeuer ist immer noch die schönste Ausstattung vom Campingplatz. Die Sonne strahlt und morgen geht es weiter in Richtung Ostsee. Wir starren endlich wieder ins Feuer.