Die Sonne schien. Es war blauer Himmel. Das Wetter war herrlich. Nach dem Frühstück und der Katzenwäsche sollten die Muskel etwas gestählt werden. Und es sollte etwas ganz besonderes machen, was kein Mensch jemals zu vor hier gemacht hat.
In der Grillhütte wurde ein besonderer Gegenstand unter ein Schicht Geröll und Erde entdeckt. Ein überdimensonaler Grill wurde ausgegraben. Mit der Asche kann ein ganzes Naturvolk die Vorfahren für mehrere Jahre um Rat fragen. Das Alter des Grills wurde mit Karbonverfahren auf 34 Jahren bestimmt. Zu welchem Zweck dieser Grill entworfen wurde, ist noch nicht erforscht. Man vermute aufgrund von anderen Funden wie Gabel, Nägel, Scharniere und anderem Plunder, dass hier lediglich Nahrung (Dicke Speckscheiben und Stockbrot) über das Feuer gebraten wurde. Auch zahlreiche plumpe Abbildungen in der Hütte berichten von den diesem Ritual.
Einer der wichtigsten Bereiche beim Bushcrafting ist das Feuer-Entfachen. Hat man eine geeignete Stelle im Wald gefunden (z.B. eine Grillhütte mit Grillkonstruktion wie eben gezeigt), dann benötigt man Birkenrinde, die als guter Anzünder funktioniert. Birkenrinde enthält ätherische Öle und brennt daher sehr gut und lange. Daneben kann man aus der Rinde auch Birkenpech als Kleber herstellen. Und Birkenzucker wird ebenfalls aus Birkenrinde gewonnen. Da kennen sich die Finnen gut aus. Birke ist daher gut.
Die Birkenrinde wird fein aufgefächert oder in feine Streifen geschnitten. Dazu gibt es Zunder in Form von dünnen Zweigen oder Hölzern. Vielleicht findet man auch in den Zweigen der Tannen etwas 'old man's beards' (Bartflechten der Gattung Usnea). Gestartet wird das Feuer mit einem Firestarter-Set, der aus einem Magnesiumstab und einem Striker besteht. Mit den heißen Funken wird die Birkenrinde gezündet. Der Vorteil des Firestarter-Sets ist seine Robustheit gegenüber Feuchtigkeit und Nässe. Er funktioniert auch im Wind.
Brennt die Birkenrinde, so kann man in aller Ruhe weiteres Holz drauflegen, wobei natürlich nicht die dicken Balken sondern das dünne Holz oder kleine Zweige draufgelegt werden. Und man sollte darauf achten, dass zwischen den Hölzen genug Platz zum Atmen vorliegt.
Man kann zwei dickere Hölzer in Form eines Dreicks rechts und links positionieren, so dass die Birkenrinde in der Mitte brennt. Dann kann man - sofern es notwendig wird - mit den beiden Enden das Feuer hochheben und somit strömt frische Luft von unten rein und das Feuer lodert auf.
Nach und nach werden die dickeren und größeren Stöcker und Hölzer gestapelt und man erhält ein schönes Feuer, in das man eine gefühlte Ewigkeit hineinstarren kann. Nach einer Weile sammelt sich eine gewisse Menge Glut an, über die man Stockbrot und grobe Speckstreifen halten kann. Aber nicht in die Flammen, da verbrennt es nur. Dazu wird eiskaltes Bier gereicht.
Ist man in der Lage, mit dem Firestarter in jeder Situation ein Feuer zu entfachen, dann kommen wir zum nächsten Level: Feuer entfachen OHNE Firestarter. Diese Disziplin erfordert wesentlich mehr Kraft und Konzentration. Wir sind dran!
Im Dachbalken hat sich ein junges Vogelpärchen eingenistet. Und eine Maus wohnt unter der Hütte. Wenn es dunkel wird, hüpft schon mal die eine oder andere Kröte im Lager herum. Also aufpassen, sonst wird es rutschig!