Kabelvåg, Lofoten

Kilometerstand: 2841 + 98 Fähre

Sonne: durchgehend

Fische: vier Dorsche

Das Wetter ist ausgesprochen gut. Blauer Himmel, keine Wolken und die Sonne scheint die ganze Zeit. Nachts zu schlafen wird immer kniffliger. Ist kaum möglich, wenn jemand eine 100 Watt Lampe im Zelt angemacht hat. Deshalb unbedingt an Schlafbrillen denken, sonst wird man völlig durcheinander.

Taschenlampen sind hier und um diese Zeit total überflüssig. Highend-LED-Technik und keine Chance die Dinger mal anzumachen, ohne direkt von den Leuten ausgelacht zu werden. Denn Morgen ist Mittsommerfest. Der längste Tag hier, obwohl — ehrlich gesagt — kein Unterschied festzustellen ist. Im Prinzip sind alle Tage hier die längsten Tage. Auf dem Campingplatz wird schon Holz für ein großes Feuer vorbereitet, direkt neben dem Zelt. Ab Morgen ist es nicht nur sehr hell, sondern auch sehr warm und laut. Und wahrscheinlich die ganze Nacht oder Tag oder wie auch immer. Aber zum Glück wird Morgen die Hütte bezogen.

Das Boot

Um 10:00 Uhr erfolgte für 2200 NOK die Anmietung eines Bootes für fünf Stunden. Der Bootsverleih war ein Campingplatz ähnlicher Ort. Auf dem Campingplatz befand sich ein Wohnwagen und vor dem ein kleiner Klapptisch mit einer Seemannsmütze aufgestellt war. Auf der Regenmütze war mit Edding "Rent A Boot" geschrieben worden. Man war hier richtig. Angeklopft und eine Frau öffnete die Tür. Der Boss wäre nicht da und es wurde eine Telefonnummer gereicht. Dort angerufen und der Boss kam vorbei. Bootsführung, ein wenig Tech-Talk und man wurde sich schnell einig.

Der Fisch

Zum Fischen und Bootfahren standen nun fünf Stunden zur Verfügung. Erstmal ging es in voller Fahrt aus dem Hafen. Nach einer Weile weilte das Boot und die Mannschaft auf dem Meer. Das war ein ziemlich guter Zeitpunkt, um auf die Karte zu schauen und einige Wende-, Einpark- und Mann-über-Bord-Manöver zu üben. Das Navigationssystem wurde erstmal von norwegisch auf deutsch umgeschaltet. Seekarte wurde mit der Welt da draußen verglichen. Wo war gleich noch mal der Heimathafen?

Man beschloss erstmal in die Nähe der Küste zu fahren und das Sonar auszuprobieren. Blaue Bereiche würden Fisch bedeuten. Mal sehen, ob das stimmt. Aber eigentlich braucht man hier wirklich kein Sonar und auch keine fünf Stunden Zeit. Nach zehn Minuten war der Spaß vorbei. Ein dicker Dorsch reichte aus, um den Nettoinhalt vom Outdoor-Kühlschrank zu sprengen. Nach vier Dorschen und zehn Minuten Angelei waren mehrere Kilo Dorsch als Filet auf dem Boot. Danach traute sich keiner mehr, die Angel auszuwerfen. Zu groß war die Angst, noch einen dicken Fisch zu angeln.

Gegen 15:30 Uhr wurde der Heimathafen erreicht und die Fischkiste an Land gehievt. Nächstes Problem: Wo können die Fische verarbeitet werden? Ein netter Herr, der unsere Ankunft vom Anleger beobachtete, offenbarte sich als Schwabe, der ebenfalls zwei Mal mit dem Boot draußen war. Danach hatte er so viel Fisch gefangen, dass einfach keinen Sinn mehr machte, noch weiter welchen zu fangen. Er wusste nicht mehr, wohin mit dem ganzen Fisch. Der nette Herr sagte, im roten Haus gäbe eine Filetierstation. Nach Anruf beim Bootsverleiher konnte den Schlüssel gefunden werden und die Verarbeitung wurde gestartet. Nach einer Stunde waren die Dorsche in Filets zerteilt und es ging zurück zum Basecamp!

Die Crew pausiert

Auf dem Campingplatz angekommen, grummelte der Capitain etwas von Fiske und zog sich mit einem kaltem Bier ins Zelt zurück, wo er erstmal verblieb. Der Maschinist und gleichzeitig erster Matrose fing mit diesem Bericht an. Es folgen noch einige Bilder. Morgen geht es endlich zur Hütte. Dort wird alles etwas leichter, weil man nicht ständig vier Rucksäcke durchwühlen muss, um die Fenix zu finden.

Der Boden schwankt noch, die Haut glüht nach und vermisst den kalten Wind. Morgen geht es nach Digermulen in die Hütte. Hurra!