Digermulen, Lofoten

Kilometerstand: 3055

Sonne: durchgehend

Fische: Elf Dorsche, einen Rotbarsch und einen Lump

Gegen Mittag ging es erstmal zum lokalen Lebensmittelmarkt, um frisches Bier, Kartoffeln, Milch zu kaufen. Danach wurde das Boot getankt (14 Liter haben wir bis jetzt verbraucht). Das Tanken war etwas kompliziert, da es keinen Trichter gab und so tropfte etwas Benzin beim Befüllen heraus. Wir ließen die Kellertür zum Lüften offen. Beim späteren Fischfiletieren gab es ein schönes Aroma aus Benzin und Fisch.

Wetter ist bewölkt und ab und zu kommt die Sonne durch. Die Temperaturen sind bei angenehmen 8 bis 9 Grad. Trotz der Kühle kann man sich nicht lange auf der Terrasse aufhalten, da die Mücken dort auf einen warten.

Erste Tour

Nach dem Mittagessen ging es raus. Das Boot lief aus und wir fuhren zu den üblichen Fanggebieten. Nach einiger Zeit war schon der erste Dorsch dran. Nicht nur ein Dorsch, sondern das ganze Paternoster war voller Dorsch. Daher wird ab jetzt immer ohne Paternoster geangelt, sonst wird man ja wahnsinnig hier. Generell hat man sich auf Zielfischen geeinigt. Man muss zuvor ankündigen, welchen Fisch man angeln möchte. Tritt dieser Fall ein, so darf der Fisch mitgenommen werden. Ansonsten ist das derzeitige Wachstum des Fischvorrats nicht mehr managebar.

Zweite Tour

Die Seemöven sind unsere ständigen Begleiter, nachdem sie einmal einen Fischfetzen bekommen haben. Auch wenn sie auf der Insel sitzen, sie beobachten einen ganz genau. Macht man eine Wurfbewegung dann starten von drei Stellen die Seemöven in Richtung Boot.

Als der Eimer mit dem Fischresten von der Mittagsrunde bei Schleichfahrt unauffällig entleert wurde, tauchten fünf Seemöven aus dem heiteren Nichts auf und jagdten den Fischfetzen nach.

Der Wind und die Wellen treiben uns auf der letzten Tour in Richtung Heimathafen. An der letzten Stelle (Zielfisch ist: Leng oder Lump) wird der Köder auf 45m heruntergelassen. Was soll man sagen? Jemand knabberte daran und kurz danach zuckte die Rute. Nach zwei Minuten zeigte sich der Leng oder Lump (da ist man sich noch nicht sicher) und das Boot konnte den Heimathafen.

Wir haben jetzt 00:45 Uhr und im Keller wartet der Lump. Messer schärfen, Einweghandschuhe an und los geht es. In einer knappen Stunde ist dann Feierabend. Das Zielwachstum der Fischvorräte konnte leider diesmal nicht eingehalten und überstieg deutlich die geforderte Quote von kleiner 1.0!

In acht Tagen wurden 80 Fische aus dem Meer geangelt und wir haben Vorrat für acht Fussballmannschaften. Was wird wohl in den nächsten zwei Tagen passieren? Der Skipper schaut misstrauisch auf die See und befürchtet weitere Dorsche, Köhler und Rotbarsche. Zum Glück sind wir noch nicht auf ein Makrelenfeld gestoßen. Das hätte sicherlich den Untergang bedeutet.

Morgen gibt es Katroffelsalat mit den berühmten Mandelkartoffeln aus Norwegen und jede Menge Fischfrikadellen. Greift also zu, es gibt reichlich!